Ausstellung „Charité im Nationalsozialismus und die Gefährdungen der modernen Medizin“

Am 23. November 2017 wurde die Ausstellung „Charité im Nationalsozialismus und die Gefährdungen der modernen Medizin“ eröffnet. Sie löste die seit 2015 gezeigte Ausstellung "Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité" ab.

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Ein Blick in die Ausstellung

Am Beispiel der Berliner Medizinischen Fakultät wird gezeigt, wie umfassend und bereitwillig sich auch Angehörige der Charité für die biopolitischen Maßnahmen und Ziele des Regimes in Anspruch nehmen ließen.

Die Ausstellung ist als Rundgang angelegt und zeigt im ersten Teil die Perspektive der Betroffenen. Dazu gehören Patienten, die Opfer medizinischer Grenzüberschreitungen wurden sowie Studierende und Wissenschaftler, die entlassen und Opfer von Vertreibung und Verfolgung geworden sind. Die individuellen Schicksale werden anhand von persönlichen Dokumenten und Selbstzeugnissen thematisiert. Ein weiterer Teil der Ausstellung nähert sich anhand von neun ausgewählten Fachdisziplinen und ihrer Protagonisten der Perspektive von Tätern - Medizinern und Mitarbeitern.

Der Blick zurück soll auch dazu anregen, über gegenwärtige bzw. immanente Gefährdungen der modernen Medizin nachzudenken.

Die Ausstellung „Der Anfang war eine feine Verschiebung in der Grundeinstellung der Ärzte“ – Die Charité im Nationalsozialismus und die Gefährdungen der modernen Medizin wird von der Lotto-Stiftung Berlin, der Friede Springer Stiftung und dem Freundeskreis der Charité unterstützt.

Rückblick auf die Ausstellung 2015: "Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité"

Das Bild zeigt einen Teil des Vorplatzes Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Nervenheilkunde am Campus Charité Mitte.
GeDenkOrt.Charité: Vorplatz Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Nervenheilkunde am Campus Charité Mitte, Foto: Maren Bredereck / Charité
Ausstellungsraum GeDenkOrt. Copyright Wolfgang Chodan
Ausstellungsraum GeDenkOrt. Copyright Wolfgang Chodan
Ausstellungstafel. GeDenkOrt. Copyright Charité, Ricarda Spiegel
Ausstellungstafel. GeDenkOrt. Copyright Charité, Ricarda Spiegel

Über die Ausstellung "Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité"

"Deutsche Mediziner – darunter auch Ärzte der Charité – haben sich während des Nationalsozialismus in Ausübung ihres Berufes an grausamen Taten beteiligt. Wir tragen die Verpflichtung, die Folgen dieses Handelns in der NS-Zeit aufzuarbeiten", sagte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité, anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Am 23. September 2015 wurde die Ausstellung "Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité" eröffnet. Sie veranschaulicht die Hintergründe und bisherigen Schritte hin zu einem öffentlich wahrnehmbaren Gedenkort. Dort soll an die Opfer erinnert, über die Täter informiert und eine dauerhafte Auseinandersetzung über die Verantwortung der medizinischen Wissenschaft in der Gegenwart etabliert werden.

 

 

Auf historisch-wissenschaftliche Weise setzt sich die Charité seit längerer Zeit mit der eigenen Geschichte und der ihrer Vorgängerinstitutionen auseinander. Das Projekt „GeDenkOrt.Charité“ und die Ausstellung rücken dies nun in einen öffentlich zugänglichen Raum und stellen den Bezug zur Gegenwart her. Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft betonte in ihrer Rede: „Es ist von großer Bedeutung, dass zukünftige Ärztinnen und Ärzte sich schon in der Ausbildung mit ethischen Fragestellungen befassen. Dazu zählen auch geschichtliche Aspekte ärztlichen Handelns, insbesondere die Verantwortung, die wir für die Zeit des Nationalsozialismus tragen. Die Charité bekennt sich dazu, `Wissenschaft in Verantwortung` aktiv zu leben.“

 

Die Ausstellung ist als Rundgang angelegt und zeigt im ersten Teil die Perspektive der Betroffenen. Dazu gehören Patienten, die Opfer medizinischer Grenzüberschreitungen wurden sowie Studierende und Wissenschaftler, die entlassen und Opfer von Vertreibung und Verfolgung geworden sind. Die individuellen Schicksale werden anhand von persönlichen Dokumenten und Selbstzeugnissen thematisiert. Ein weiterer Teil der Ausstellung nähert sich anhand von neun ausgewählten Fachdisziplinen und ihrer Protagonisten der Perspektive von Tätern - Medizinern und Mitarbeitern.

Diese Ausstellung konnte dank der großzügigen Unterstützung durch den Freundeskreis der Charité realisiert werden.

Ort und Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie („Wilhelm Griesinger-Haus“) am Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1 in 10117 Berlin (Geländeadresse: Bonhoefferweg 3) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kuratorinnen der Ausstellung

Dr. Judith Hahn und Laura Hottenrott, Institut für die Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin

Ausstellungsgestaltung
Beratung

Prof. Dr. Thomas Schnalke, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Prof. Dr. Thomas Beddies, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin