Das Bild zeigt einen Teil des Vorplatzes Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Nervenheilkunde am Campus Charité Mitte.
GeDenkOrt.Charité: Vorplatz Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Nervenheilkunde am Campus Charité Mitte, Foto: Maren Bredereck / Charité

GeDenkOrt.Charité: Ausstellung

Am 23. September 2015 wurde die Ausstellung "Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité" eröffnet. Sie veranschaulicht die Hintergründe und bisherigen Schritte hin zu einem öffentlich wahrnehmbaren Gedenkort. Dort soll

  • an die Opfer erinnert,
  • über die Täter informiert und
  • eine dauerhafte Auseinandersetzung über die Verantwortung der medizinischen Wissenschaft in der Gegenwart etabliert werden.

Sie befinden sich hier:

Über die Ausstellung "GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung"

"Deutsche Mediziner – darunter auch Ärzte der Charité – haben sich während des Nationalsozialismus in Ausübung ihres Berufes an grausamen Taten beteiligt. Wir tragen die Verpflichtung, die Folgen dieses Handelns in der NS-Zeit aufzuarbeiten", sagte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Er ergänzte: "Dabei will das Projekt keine bloße Geschichtsstunde sein – vielmehr wird ein öffentlicher und sichtbarer Ort des Gedenkens sowie des Dialogs über die Verantwortung der Medizin und Wissenschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschaffen."

Ausstellungsraum GeDenkOrt. Copyright Wolfgang Chodan
Ausstellungsraum GeDenkOrt. Copyright Wolfgang Chodan

Auf historisch-wissenschaftliche Weise setzt sich die Charité seit längerer Zeit mit der eigenen Geschichte und der ihrer Vorgängerinstitutionen auseinander. Das Projekt „GeDenkOrt.Charité“ und die Ausstellung rücken dies nun in einen öffentlich zugänglichen Raum und stellen den Bezug zur Gegenwart her. Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft betonte in ihrer Rede: „Es ist von großer Bedeutung, dass zukünftige Ärztinnen und Ärzte sich schon in der Ausbildung mit ethischen Fragestellungen befassen. Dazu zählen auch geschichtliche Aspekte ärztlichen Handelns, insbesondere die Verantwortung, die wir für die Zeit des Nationalsozialismus tragen. Die Charité bekennt sich dazu, `Wissenschaft in Verantwortung` aktiv zu leben.“

Ausstellungstafel. GeDenkOrt. Copyright Charité, Ricarda Spiegel
Ausstellungstafel. GeDenkOrt. Copyright Charité, Ricarda Spiegel

Die Ausstellung ist als Rundgang angelegt und zeigt im ersten Teil die Perspektive der Betroffenen. Dazu gehören Patienten, die Opfer medizinischer Grenzüberschreitungen wurden sowie Studierende und Wissenschaftler, die entlassen und Opfer von Vertreibung und Verfolgung geworden sind. Die individuellen Schicksale werden anhand von persönlichen Dokumenten und Selbstzeugnissen thematisiert. Ein weiterer Teil der Ausstellung nähert sich anhand von neun ausgewählten Fachdisziplinen und ihrer Protagonisten der Perspektive von Tätern - Medizinern und Mitarbeitern.

Ort und Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1 in 10117 Berlin (Geländeadresse: Bonhoefferweg 3) zu sehen. Der Eintritt ist frei.