GeDenkOrt.Charité: Erinnerungsweg

"Wissenschaft in Verantwortung – GeDenkOrt.Charité" ist ein interdisziplinäres Projekt der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität der Künste Berlin. Das Teilprojekt "Gedankengänge.Erinnerungswege – Medizin in Verantwortung" gehört dazu.

Im Fokus stehen die der modernen Medizin innewohnenden Risiken und Gefährdungspotenziale. Beides fand im Nationalsozialismus Ausdruck in der brutalen Instrumentalisierung des Menschen sowie in den Selektionen "hoch- und minderwertiger" Gruppen.

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GeDenkOrt.Charité: Was bedeutet "Erinnerungsweg"?

"Wissenschaft in Verantwortung – GeDenkOrt.Charité" zielt ab auf die Schaffung von Orten der Information, der Erinnerung und des Gedenkens. Im Rahmen dieses Projektes hat sich die Charité dazu entschlossen, auf ihrem Gelände einen Erinnerungsweg zu schaffen. Er soll die verfolgte Wissenschaft und das Leid der Betroffenen medizinischer Zwangsmaßnahmen und Verbrechen thematisieren.

Der Erinnerungsweg und seine Stationen sind zugleich Orte der künstlerischen Auseinandersetzung mit zeitlosen Gefährdungen des Menschen durch die medizinische Wissenschaft. Über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus soll das Vorhaben so eine fortwährende Debatte über Chancen und immanente Risiken biomedizinischer Forschung und Praxis ermöglicher: in ethischer, politischer, sozialer und kultureller Perspektive.

Die Projektgruppe lädt dazu ein, sich mit künstlerischen Gestaltungsideen an der Konzeption und Realisierung des Erinnerungswegs und seiner Stationen auf dem historischen Campus Mitte der Charité zu beteiligen. Diese Einladung richtet sich ausdrücklich auch an interdisziplinäre Gruppen aus den Bereichen Kunst, Design, Architektur, Landschaftsgestaltung und Wissenschaften.

Der Auftakt-Workshop

Foto Rundgang zum Workshop "Gedankengänge.Erinnerungswege", Geländerundgang auf dem historischen Campus Charité Mitte, hier Thomas Beddies und Judith Hahn, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité, vor der Psychiatrischen- und Nervenklinik, © Wolfgang Chodan
Geländerundgang auf dem historischen Campus Charité Mitte, hier Thomas Beddies und Judith Hahn, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité, vor der Psychiatrischen- und Nervenklinik, © Wolfgang Chodan

Am 4. November 2016 fand in Kooperation mit der UdK Berlin ein Workshop zum Thema "GEDANKENGÄNGE ERINNERUNGSWEGE. Medizin in Verantwortung" statt.

Das war der Auftakt für das Auswahlverfahren zur künstlerischen Gestaltung von Orten der Information, der Erinnerung und des Gedenkens auf dem Charité Campus Mitte.

Das Auswahlverfahren

Die Einreichung der Entwürfe erfolgte in Phase 1 des zweistufigen Auswahlverfahrens ausschließlich über eine Onlnie-Registrierung.

Das Auswahlverfahren diente dem Ziel, den Erinnerungsweg und seine zunächst fünf bis acht Ereignisorte zu entwickeln und zu erarbeiten.

Hierzu waren Gruppen von Künstlerinnen und Künstlern oder gemischte Gruppen aus den Bereichen Kunst, Gestaltung und Wissenschaft eingeladen, ihre Ideen zu skizzieren und einzureichen. Die Aufgabe bestand darin, ortsbezogen historische Inhalte mit Gegenwartsbezug thematisch zu verdichten und künstlerisch zu übersetzen.

Die Ereignisorte auf dem Gelände sollen einzeln wirken und zugleich als Bestandteile eines größeren Projekts erkennbar sein. Sie sollen unabhängig vom Gesamtkontext die Neugierde von Passantinnen und Passanten wecken und in beliebiger Abfolge oder entlang eines vorgeschlagenen Rundgangs aufgesucht werden können.

Die von einer Auswahlkommission ausgewählten künstlerischen Entwürfe sollen an den genannten Orten auf dem öffentlich zugänglichen Gelände des Campus Charité Mitte bis Ende 2017 realisiert werden. Für die Realisierung stehen insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.