Käthe Beutler, geb. Italiener

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Im Jahre 1936 musste die im Oktober 1896 in Berlin geborene Käthe Beutler emigrieren. Sie selbst sagte über den Zeitpunkt ihrer Emigration: "Als eine Mutter, die immer mit ihren Kindern zu mir gekommen war, eines Tages sagte: 'Sie dürfen meine Kinder nicht mehr untersuchen, weil Sie eine jüdische Ärztin sind', war mir plötzlich klar, daß es Zeit war zu gehen." In den USA erhielt sie 1937 eine Lizenz als Pediatrician und betrieb von 1937 bis 1962 eine Privatpraxis in Wisconsin. Nach dem Tod ihres Mannes Dr. Alfred Beutler (1891–1962) lebte sie mit der Familie ihres Sohnes Prof. Ernest Beutler, Professor für molekulare und experimentelle Medizin, in La Jolla/Californien, wo sie auch im Februar 1999 verstarb.

Ihr Studium absolvierte sie in Berlin. Hier erhielt sie 1924 ihre Approbation. Im gleichen Jahr promovierte sie. Ihre vierjährige Ausbildung begann sie in der Pathologie des Krankenhauses Friedrichshain in Berlin, danach arbeitete sie Medizinalpraktikantin im Berliner Waisenhaus, um dann als Volontärärztin bei Czerny an der Universitätskinderklinik der Charité ihre weitere Spezialisierung fortzusetzen. Als nächstes folgte eine Assistenzarztstelle am Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Krankenhaus, um schließlich am Kinderkrankenhaus Charlottenburg die kinderärztliche Qualifikation abzuschließen. Von 1928 bis 1935 betrieb sie zusammen mit ihrem Ehemann, der als Internist ausgebildet war, eine Privatpraxis im Westen Berlins. Im Jahre 1928 wurde auch ihr Sohn Ernest in Berlin geboren, der als Pionier der Hämatologie im Jahre 2008 in San Diego starb. Ihr Enkel Bruce Alan Beutler, geboren 1957 in Chicago, erhielt 2011 den Nobelpreis für Physiologie aufgrund seiner Verdienste auf dem Gebiet der Immunologie.

(Text: Heinz-Peter Schmiedebach, 2016)