Rhoda Erdmann

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Rhoda Erdmann | © HMD National Library of Medicine, Rockville Pike/USA
Rhoda Erdmann | © HMD National Library of Medicine, Rockville Pike/USA

Rhoda Erdmann (Hersfeld 1870-1935 Berlin) gehörte, nachdem ihr 1913 als Frau die Habilitation vom Preußischen Kultusministerium verwehrt wurde, während eines mehrjährigen USA-Forschungsaufenthaltes 1915 „als erste Frau dem Lehrkörper der Graduate School in Yale“ an. 1920 an der Berliner Philosophischen Fakultät als Biologin habilitiert, dann auch von der Medizinischen Fakultät anerkannt, war sie seit 1924 ao Professorin und Leiterin des Universitätsinstitutes für experimentelle Krebsforschung in der Charité.

Sie war Gründerin des Verbandes deutscher Hochschuldozentinnen. 1933 denunzierten sie ihre Fakultätskollegen, der Rassenhygieniker Heinrich Zeiss und der Orthopäde o. Prof. Hermann Gocht als „jüdisch“. Als sich dies als Unwahrheit herausstellte, wurde ihr vorgeworfen, sie habe ihren jüdischen Schülern Stellen vermittelt. 1934 wurde sie entlassen und ihr Institut, das Zeiss in sein eigenes Institut eingliedern wollte, aufgelöst. In die Geschichte der DNA-Entdeckung gehört sie als „eine der wichtigsten Figuren der zellbiologischen Forschung der zwanziger und dreißiger Jahre“.

(Text: Udo Schagen, 2013)

Fundstücke

Rhoda Erdmann im Labor (Berlin, 1929) | © Wellcome Library, London
Rhoda Erdmann im Labor | © Wellcome Library, London